Am Sonntag, 25.2., jährte sich der Gründungstag des Kulmbacher Schachklubs zum 100-sten Mal. Heute wie damals sorgen nicht nur sportliche Leistungen, sondern gerade auch gemeinsame Aktivitäten abseits des Schachbretts für die Attraktivität des SK 1907 Kulmbach. Schon in den ersten Jahren seines Bestehens sorgte der SK für einige "Highlights". So war bereits 1908 der damals amtierende -- und bislang einzige deutsche -- Schachweltmeister Dr. Emanuel Lasker zu Besuch in Kulmbach. Im gleichen Jahr schlug der Gründungsvorsitzende Fritz Grethlein den damals als unbesiegbar geltenden Wiener Großmeister Carl Schlechter in einem Simultanspiel. Weitere Simultanveranstaltungen, bei denen ein Spieler gleichzeitig an mehreren Brettern gegen verschiedene Gegner spielt, mit bekannten Großmeistern wie Jacques Mieses, Fritz Sämisch oder Rudolf Spielmann folgten. An den Spielabenden war aber nicht nur das Schachbrett gefragt: Auch das Schafkopfspielen erfreute sich großer Beliebtheit. Während der beiden Weltkriege kam das Kulmbacher Schachleben natürlich zum Erliegen, bald nach Kriegsende saß man aber wieder an den Brettern. Gerade in den 50er und 60er Jahren waren zahlreiche Faschingsveranstaltungen Höhepunkte in gesellschaftlicher Hinsicht, und auch der sportliche Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. 1958 stieg der SK Kulmbach erstmals in die höchste oberfränkische Spielklasse auf, wo man sich seitdem beinahe ununterbrochen hielt. Dieser Erfolg konnte erst in jüngster Vergangenheit übertroffen werden: 2003 errangen die Kulmbacher den oberfränkischen Mannschaftsmeistertitel und stiegen in die Regionalliga auf. Dort verweilte man aber nur zwei Jahre, bevor man in die vierthöchste deutsche Liga -- die Landesliga -- aufrückte, wo man nun ebenfalls den Kontakt zur Spitze halten kann. Weitere Titel, etwa im Blitzschach, konnten errungen werden, und auch ein eigenes großes Turnier wird ausgerichtet: Zum Kulmbacher Frühjahrspokal kommen alljährlich Teams aus Sachsen, Thüringen und Tschechien zu Gast in die Bierstadt. Zahlreiche vereinsinterne Turniereserien, etwa im Blitz- und Schnellschach, sowie die im Wechsel ausgetragene Vereins- und Stadtmeisterschaft bieten allen Interessierten genügend Gelegenheiten, ihr Können zu verbessern und sich mit anderen zu messen. Doch nicht nur für Erwachsene, auch für die Jugend wird ein reger Spielbetrieb angeboten -- und der Nachwuchs steht in Sachen Erfolg in nichts nach: So konnte etwa Theresa Friedmann trotz ihrer erst neun Lebensjahre bereits zwei oberfränkische Meistertitel erringen. Auch heute gibt es Veranstaltungen abseits der 64 Felder, wie etwa die alljährliche Maiwanderung, Grillabende und mehr. Mit den Schachfreunden aus dem tschechischen Kutna Hora pflegt man seit vielen Jahren unter anderem durch gegenseitige Besuche einen freundschaftlichen Kontakt. Zu dem Spielabenden trifft man sich Montags und Freitags ab 20 Uhr in der Kantine der ehemaligen Mälzerei Meußdoerffer, Spiel- und Trainingstermin für die Kinder und Jugendlichen ist Freitags ab 17:30 Uhr -- und stets sind Gäste und Interessierte herzlich willkommen! Wie weit man es bringen kann zeigen zwei Internationale Meister, deren Karriere beim SK Kulmbach begann: Ingrid Lauterbach und Volker Unglaub. Beide kamen als Jugendliche zum Schachklub, konnten bald die Kulmbacher Jugendstadtmeisterschaft gewinnen und auch bei Stadt- und Vereinsmeisterschaften Erfolge feiern. Ingrid Lauterbach wurde in der Folge mehrmals Bayerische Meisterin und spielte in der Damen-Nationalmannschaft. Volker Unglaub dagegen widmete sich bald dem Fernschach -- hierbei übermitteln die Kontrahenden ihre Züge per Postkarte oder Email. 1995 wurde ihm dafür der Titel des Internationalen Meisters verliehen. Einer seiner größten Erfolge war sicherlich das Erreichen des Halbfinals der Fernschach-Weltmeisterschaft. Sportlicher Erfolg und gesellschaftliche Ereignisse waren und sind auch immer Verdienst engagierter Vorstände. Hervorzuheben sind hier etwa der bekannte Kulmbacher Maler Michel Weiß, der von 1923 bis 1933 die Geschicke des Kulmbacher Schachklubs lenkte, und Otfried Bäßler, der während seiner Amtszeit von 1987 bis Ende der 90er Jahre sehr viel bewegen konnte und auch heute noch als Ehrenvorsitzender dem Vorstand angehört. Dass man dem Schachklub sehr verbunden sein kann zeigt auch Roland Worschech, der seit über 55 Jahren dem SK angehört, jahrelang am Spitzenbrett der ersten Mannschaft spielte und etliche Titel, wie etwa die Stadtmeisterschaft gewinnen konnte. Seinen Geburtstag feiert der Schachklub Kulmbach mit zahlreichen Veranstaltungen. Los ging es am Samstag mit einem gemütlichen gemeinsamen Essen in der ehemaligen Mälzerei Meußdoerffer, an das sich ein kleines Turnier anschloss, bevor die erste Mannschaft in der sechsten Runde der Landesliga im Heimspiel gegen den TSV Wacker Neutraubling antreten mußte. Höhepunkte sind aber sicherlich die Austragung der Bayerischen Blitz-Mannschaftsmeisterschaften am 4. März, die Ausrichtung der oberfränkischen Mitgliederversammlung und vor allem der Festabend am 23.6., bei dem mit zahlreichen Gästen das 100-jährige Bestehen gebührend gefeiert wird.
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